urs widmer, schriftsteller – portraits

urs widmer, schriftsteller – portraits – fotos peter gartmann, basel

Die Portraitsbilder des Schriftstellers Urs Widmer entstanden 1999 im Zusammenhang mit dem Buch „Zürich – Geschichten von der Limmat“.

 

buch „Zürich – Geschichten von der Limmat“

Text: Urs Widmer, Zürich

Fotos: Peter Gartmann, Basel

Gestaltung: Susanne Minder, Basel

Herausgeber: Kurt R. Compagnoni – Elektro Compagnoni, Zürich

 

 

 

Zürich – Geschichten von der Limmat

 

Text Urs Widmer, Schriftsteller – Fotos Peter Gartmann

 

Die Bilder von Peter Gartmann zeigen uns eine fast ideale Limmat. Ihre Ufer, in ein wunderschönes Morgenlicht getaucht. Die Häuser, die Bäume, die Tiere auch. Aber sie zeigen uns keinen Menschen, kaum einen. Ich glaube, das hat der Fotograf so gewollt, damit wir sie mit unseren eigenen Menschen bevölkern können.

 

Die Limmat beginnt ihr Leben gleich als Erwachsene. Gerade hiess sie noch See, schon heisst sie Limmat. Und nach einem – wenn wir sie mit dem Nil oder dem Amazonas vergleichen – sehr kurzen Lauf verschwindet sie wieder, in der Anonymität sozusagen…

 

Urs Widmer

 

 

 

 

Urs Widmer Biografie

 

Geboren am 21. Mai 1938 in Basel; † 2. April 2014 – Schweizer Schriftsteller.

 

Urs Widmer wurde als Sohn des Übersetzers, Literaturkritikers und Gymnasiallehrers Walter Widmer in Basel geboren.

 

Er studierte Germanistik, Romanistik und Geschichte an den Universitäten von Basel und Paris.

 

Von 1967 bis 1984 lebte er als freier Schriftsteller in Frankfurt am Main, ehe er wieder in die Schweiz zurückkehrte.

 

Während seiner Zeit in Frankfurt schrieb er Kritiken für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und lehrte als Dozent für neuere deutsche Literatur an der Universität Frankfurt.

 

1968 debütierte Widmer als Schriftsteller mit der Erzählung Alois.

1969 gehörte er zu den Mitbegründern des Verlags der Autoren, durch den seine Theaterstücke noch heute publiziert werden.

 

Urs Widmer war Mitglied

der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt,

der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Bensheim,

der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg und

Mitglied im Grazer Forum Stadtpark.

 

Urs Widmer verstarb am 2. April 2014 nach schwerer Krankheit.

 

Urs Widmers Werk

 

Sein umfangreiches Werk umfasst Romane, Erzählungen, Essays, Theaterstücke und Hörspiele. Er galt als einer der vielseitigsten Schweizer Autoren der Gegenwart.

 

Mit seinem Werk gelang Widmer nicht selten ein Brückenschlag zwischen U und E, zwischen avantgardistischem Gestus und Büchern mit Bestsellerpotential.

 

Ab 2000 wiesen viele von Widmers Werken autobiografische Bezüge auf. Zu seinen grössten Publikumserfolgen zählt seine pseudo-autobiografische Trilogie über seine Mutter (Der Geliebte der Mutter, 2000), seinen Vater (Das Buch des Vaters, 2004) und sich selbst (Ein Leben als Zwerg, 2006).

 

Darin werde deutlich, wie das doppelbödige Spiel seiner Eltern – eine burleske Fassade vor einem ernsten Hintergrund – auch seinen späteren Schreibstil beeinflusst habe. Läse man den Roman Der Geliebte der Mutter als autobiografischen Text, so würde der Autor darin damit kokettieren, der Sohn des einflussreichen Schweizer Unternehmers und Dirigenten Paul Sacher zu sein.

 

Sein erfolgreichstes Theaterstück Top Dogs, eine Sozialsatire, präsentierte Widmer mit dem Regisseur Volker Hesse beim Berliner Theatertreffen 1997.

 

 

Literaturpreise – Auszug

 

1989: Literaturpreis der Stadt Basel

1992: Literaturpreis der SWF-Bestenliste

1996: Literaturpreis der Stadt Zürich

2000: Bertolt-Brecht-Literaturpreis der Stadt Augsburg

2002: Grosser Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste

2007: Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg

2007: Prix littéraire Lipp (Genf)

2014: Jakob-Wassermann-Literaturpreis der Stadt Fürth

2014: Schweizer Literaturpreis für Reise an den Rand des Universums

 

 

Bücher – Auszug

 

Die gestohlene Schöpfung. Ein Märchen. Diogenes, Zürich 1984.

Das Verschwinden der Chinesen im neuen Jahr. Diogenes, Zürich 1987.

Auf, auf, ihr Hirten! Die Kuh haut ab! Kolumnen. Diogenes, Zürich 1988.

Der Kongress der Paläolepidopterologen. Roman. Diogenes, Zürich 1989.

Das Paradies des Vergessens. Erzählung. Diogenes, Zürich 1990.

Der blaue Siphon. Erzählung. Diogenes, Zürich 1992.

Vor uns die Sintflut. Geschichten. Diogenes, Zürich 1998.

Der Geliebte der Mutter. Roman. Diogenes, Zürich 2000.

Das Buch des Vaters. Roman. Diogenes, Zürich 2004.

Ein Leben als Zwerg. Diogenes, Zürich 2006.

Herr Adamson. Roman. Diogenes, Zürich 2009.

Stille Post. Kleine Prosa. Diogenes, Zürich 2011.

Reise an den Rand des Universums. Autobiografie. Diogenes, Zürich 2013.

 

 

 

 

Text von Urs Widmer „Zürich – Geschichten von der Limmat“

zu den zürich-bildern von peter gartmann

 

weitere bilder von peter gartmann im bildarchiv von susanne minder

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